Prinzip

intuitive

Unsere Benutzeroberflächen werden für die geplante Zielgruppe maximal intuitiv gestaltet.

Im Alltag wird mit dem Begriff "intuitiv" in der Regel eine einfache und direkte Art der Nutzung assoziiert, die nahezu mühelos zu funktionieren scheint: Wir wissen wie von selbst, wie eine bestimmte Sache genutzt werden kann.

Als UI-Designerinnen und -Designer liegt es an uns, Interfaces zu gestalten, die für die jeweilige Zielgruppe optimierter sind als generische "intuitive" Oberflächen für Otto-Normalverbraucher. Das ist keinesfalls einfach: Die Anzahl der Geräte, die wir in unserem Leben benutzt haben, und die Interfaces, die wir bereits kennen, definieren, ob wir etwas als "intuitiv" wahrnehmen oder nicht. Wir müssen also bestehende Interfaces und Workflows verbessern, anstatt das gefühlt hundertste "intuitive" Interface zu designen, das blind aus einem Styleguide übernommen wurde.

Die einzige Regel, von der man im Usability-Kontext und bei "Intuition" ausgehen kann, sind die Gestaltungsgesetze: Die Gesetze der Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit, Prägnanz, des gemeinsamen Schicksals und der Figur funktionieren bei allen Menschen — der Rest ist erlerntes Verhalten. Erlerntes Verhalten, das geändert und optimiert werden kann. Genau diese Interfaces zu gestalten ist die Aufgabe, die es zu meistern gilt — denn einfach nur schön reicht schon lange nicht mehr.

Entscheidend ist die Erkenntnis, dass es keinen Masterplan für intuitive Bedienung gibt. Wer intuitiv nutzbare User Interfaces gestalten will, muss sehr sorgfältig arbeiten und viel Hintergrundwissen in sein Projekt einfließen lassen. Auch komplexe Systeme können quasi intuitiv nutzbar sein, solange sie konsistent gestaltet sind und an bereits gelerntes Wissen anknüpfen. Welche Art der intuitiven Interaktion angemessen ist, muss immer im Kontext untersucht werden, bevor gestaltet werden kann.